Aus
Neunußbergs Geschichte
Die
Burg Neunußberg
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von Georg Hofmann, Expositus von Schönau (1927 bis
+1966),
der sich durch viel Fleiß und Arbeit viele Informationen
zur
Geschichte, u. a. Neunußbergs, verschaffte. |
"Die Burg
Neunußberg wird urkundlich erstmals erwähnt 1350. Wann sie
erbaut wurde, lässt sich aus den mangelhaften Quellen nicht mit
Bestimmtheit entnehmen, jedenfalls in der Zeit zwischen 1340 und 1345.
Als Erbauer der Burg
gilt Konrad der
Nußberger zu
Neunußberg, früher zu Pignet und Altnußberg. 1350
stiftete Konrad der Nußberger das Spital zu Viechtach, die
Schlosskapelle mit Kaplanei zu Neunußberg, im Januar 1351 in
seinem Testament Jahrtage in Straubing und Windberg und einen in der
kurz vorher von ihm erbauten Wallfahrtskirche zu Schönau,
vermachte er auch noch Geldbeträge den Klöstern Ober- und
Niederaltaich, Metten und Gotteszell. Er ist der Begründer der
Hauptlinie der Nußberger, die über 100 Jahre auf den beiden
Burgen Neunußberg und Kollnburg herrschten und großes
Ansehen genossen.
Seine beiden
Söhne Albrecht der Nußberger zu Kollnburg und Hans der Nußberger zu Neunußberg wurden 1360 durch
Herzog Albrecht mit dem Marschallsamt von Niederbayern belehnt, und
ihnen wertvolle Kleinodien zur Aufbewahrung übergeben. Daher
rühren die Sagen von dem großen Schatz, der auf diesen
Burgen verborgen liegen soll.
Albrecht und Hans die Nußberger mit den
Degenbergern von
Altnußberg stifteten 1364 für die Wallfahrt zu Schönau
eine eigene Kooperatur in Böbrach. Hans der
Nußberger soll Deutschherren-Ordensritter gewesen sein. Da er
kinderlos starb, erbte sein Neffe Niklas der Nußberger. Nach
dessen Tode (vor 1423) ging Neunußberg auf seine
Söhne Kaspar und Achatz die Nußberger zu Nußberg über, dann auf die Söhne
Kaspars Warmund und Konrad die Nußberger . Da sich diese am Aufstand gegen den baierischen Herzog
Albrecht, dem sog. Böcklerbund beteiligten, mussten Sie
Neunußberg an den Herzog verkaufen, Warmund 1469
gegen eine jährliche Rente, und Konrad gegen
das kleine Schloss Linden (1470). Während die Burgen der
Haupträdelsführer, darunter Altnußberg und Kollnburg
damals zerstört wurden, blieb Neunußberg von diesem
Schicksal bewahrt. Es wurden aber größere Teile der
Herrschaft Neunußberg eingezogen und zum herzoglichen Kastenamt
geschlagen.
Die kleinere
Herrschaft Neunußberg mit den Ortschaften Neunußberg, Ries
und Bärndorf wechselte oft seine Besitzer.
Um 1564 ist die Burg
Neunußberg unter
Rosina von Stauf abgebrannt
und nicht wieder aufgebaut worden. Die damalige Besitzerin erbaute sich
im Dorf ein neues bescheidenes Schloss.
ACHILKES Rudolf
Ignatius von Stängl
erweiterte 1716 die Schlosskapelle und schuf ihre jetzige Einrichtung.
Das Wappen der Stängl ist auf der Decke und an der
Emporebrüstung noch zu sehen.
Die
letzten adeligen Besitzer waren die Voith von Voithenberg , die die Herrschaft 1806 von den Poschingern gekauft
hatten. Josef von Voithenberg war Priester, seine Schwester Katharina führte den Haushalt, zwei Brüder waren
Landrichter (von ihnen sind noch Nachkommen in Hessen am Leben). Drei
Geschwister waren an der Lungensucht gestorben.
1843 war das
Schloß (im Dorf) abgebrannt, konnte wegen Mangel an Mitteln nur
mehr zweigeschossig aufgebaut werden. 1848 wurden die grundherrlichen
Rechte abgeschafft bzw. abgelöst, 1855 wurde das ganze Gut
verkauft und zertrümmert.
Die Burgruine auf dem
Schlossberg kam in den Besitz eines Maurers und Häuslers und dann
der Waldvereinssektion Viechtach. Da die angelegte Freitreppe zum
besteigen der
Burg bald wieder verfiel, wurde 1938 ein dauerhafter Aufstieg und
Umgang angelegt. So bietet sich jetzt von der Zinne des Palas oder
ehem. Wohnturms
ein herrlicher Rundblick über den mittleren Bayerischen
Wald."
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Georg Hofmann,
Expositus von
Schönau
1949 wurde die Burg nach
allgemeiner Instandsetzung mit einem Burgfest wiedereröffnet.
Diese Burgfeste wurden fast alle Jahre wiederholt. 1968 gab Pfarrer
Josef Wurzer von Schönau eine Anregung, anstelle des Burgfestes
Burgfestspiele abzuhalten. Daraufhin schrieb der 1. Bürgermeister
v. Viechtach, Karl Gareis, die ersten Festspiele, die - immer wieder
abgeändert - alljährlich im Sommer aufgeführt werden.
Aus unserem Archiv stellen
wir noch einige Fotos vor, die Ende der 30er Jahre und
während des 2. Weltkrieges entstanden sind:
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Landwirtschaft damals
Diese Aufnahme entstand wahrscheinlich bei der Ort-
schaft Kager, im Hintergrund die Burg |
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So sah Schönau vor ca. 60 Jahren aus |
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Schönau, im Hintergrund die Burg, rechts
daneben
Neunußberg |
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Karl (*1913 - +1985) und Josef Kilger (*1880 -
+1946), die hier 1938 die Treppe zum Aufstieg
auf die Burg angelegt hatten. (Im Hintergrund die
beiden Arbergipfel) |
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Neunußberg- |
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